Woher nehmen manche Leute ihre Ideen? Warum scheinen einige Menschen kreativer als andere? Warum nur gibt es so schlagfertige Zeitgenossen, während anderen die richtige Antwort immer erst dann in den Sinn kommt, wenn es längst zu spät ist?


Sicher gibt es Talente. Das wird insbesondere bei den zahlreichen Talentshows auf den noch zahlreicheren Fernsehsendern klar. Doch auch Talente müssen gepflegt werden, sonst verkümmern sie. Es gibt nur wenige Sachen, die wir nie mehr vergessen, wenn wir es einmal konnten. In aller Regel brauchen selbst talentierteste Menschen auch die Übung, um etwas aus dem zu machen, was ihnen mit auf den Weg gegeben wurde. Sie starten also einfach ein bisschen weiter vorne auf dem Weg. Und weil ihnen dank des Talents das Üben mehr Spass macht, kommen sie auch schneller vorwärts als alle anderen, vermeintlich Talentlosen.


Es gehört in die Mottenkiste der Allgemeinpsychologie, dass wir alle irgendwelche Talente hätten. Ich bin aber überzeugt, dass wir alles physisch mögliche irgendwie lernen können, wenn wir es wirklich wollen. Ja, jeder Mensch kann gute Ideen haben. Kreativität ist ebenso lernbar wie Schlagfertigkeit. Man muss sich halt einfach nicht gerade diejenigen als Vorbild nehmen, welche auf dem Weg bereits sehr weit vorne sind und die wir nicht mehr einholen können. Lernen hingegen kann man von diesen alleweil.

Genau diesen Ansatz, von anderen Experten zu lernen, verfolgt seit nunmehr 15 Jahren der Interkurs. Als vor fast 20 Jahren das heute noch geltende Konzept der Aus- und Weiterbildung im ZSV erstellt wurde, war dies von Anfang an eine Grundidee: Dass sich auch die Weiterbildner stetig weiterbilden sollten. In der damaligen Künstlerischen Kommission, welche den eigentlichen Lehrplan zusammenstellte, diskutierte man viel über die Möglichkeit der Weiterbildung der Lehrenden. Ich weiss das deshalb so genau, weil ich in dieser Kommission der Protokollant war und jeweils die ausgiebigen Diskussionen zu Papier zu bringen versuchte. Übrigens der Hauptgrund, dass man mich vor mittlerweile 15 Jahren anfragte, die Verantwortung für die Theater-Zytig zu übernehmen.


Es ist schön zu sehen, dass die Bemühungen des ZSV, die damals europaweit als Vorreiterrolle wahrgenommen wurden, gefruchtet und noch immer Bestand haben. Die gegenseitige Weiterbildung unter den Referenten ist heute nicht mehr wegzudenken und die Protokolle dieser intensiven Auseinandersetzungen mit den Möglichkeiten der Ausbildung im Amateurtheaterwesen sind erstmals in Buchform erschienen.


Für alle, die an ihren grossen und kleinen Talenten feilen wollen.

 

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